Wo bleiben die Gewerkschafter?

ZAHLEN ZUM TAG. Anteil der ÖGB-Mitglieder an den unselbstständigen Erwerbstätigen stark gesunken.

Der ÖGB bekommt einen neuen Präsidenten: Auf dem Bundeskongress wird Wolfgang Katzian zum Nachfolger von Erich Foglar gekürt. Katzian übernimmt ein schwieriges Amt: Nicht nur, dass er sich zu Kampfmaßnahmen gegen diverse Regierungspläne gezwungen sieht, der gewerkschaftliche Organisationsgrad geht stark zurück.

Mit Organisationsgrad gemeint ist hier der Anteil der Gewerkschaftsmitglieder an den unselbstständig Erwerbstätigen. Vergleicht man die beiden Werte, die der ÖGB und die Statistik Austria führt, dann handelte es sich 2004 um 42 und im vergangenen Jahr nur noch um 32 Prozent. Oder anders ausgedrückt: 2004 gab es 3,2 Millionen unselbstständig Erwerbstätige und 1,4 Millionen ÖGB-Mitglieder. 2017 handelte es sich um 3,7 Erwerbstätige und 1,2 Millionen Gewerkschaftsmitglieder.

Wobei sich die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder unterschiedlich entwickelt: Im vergangenen Jahr verzeichnete die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) ein Plus von 1,55 Prozent auf 247.273 Mitglieder – und ist damit der Privatangestellten-Gewerkschaft GPA-DJP etwas nähergekommen, die mit 278.292 Mitgliedern nach wie vor an der Spitze steht, aber nur ein Plus von 0,08 Prozent schaffte.

>> dieSubstanz.at zur Politik bekommen Sie auch per Mail. Damit Sie nichts verpassen >> Zum Newsletter

Ähnliche Artikel

Neuen Kommentar schreiben