Verzerrter Lehrstellenmarkt

ZAHLEN ZUM TAG. In Wien gibt es viel zu wenige offene Stellen. In Tirol, Salzburg und Österreich ist es umgekehrt.

Auf den ersten Blick schaut der Bericht, den Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) dem Ministerrat jüngst zum Lehrstellenmarkt erstattete, sehr erfreulich aus: Im Juni gab es mehr offene Lehrstellen (4811) als Lehrstellensuchende (4785). Im vergangenen Jahr hatte es noch um 644 mehr Stellensuchende gegeben. Seither ist das Stellenangebot mit 17,3 Prozent deutlich stärker gestiegen als das der Stellensuchenden (plus 0,8 Prozent).

Bei der Sache gibt es jedoch ein Problem: Nach Bundesländern sind die Verhältnisse extrem unterschiedlich: In Wien kommen auf eine offene Lehrstelle mehr als vier Lehrstellensuchende (siehe Grafik). Zu wenige Stellen gibt es auch in Niederösterreich und dem Burgenland.

In allen anderen Bundesländern ist es umgekehrt. Ganz besonderes in Salzburg, Oberösterreich und Tirol. In Tirol gibt es 749 offene Stellen und nur 185 Stellensuchende.

Die Statistik gibt keine Auskunft über die Branchen. Die angebotenen Stellen und die Nachfrage Lehrstellensuchender können wenig bis nichts miteinander zu tun haben.

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Artikel Schlagwörter : Arbeitsmarkt, Jugend, Arbeitslosigkeit
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Kommentare

Weiß man auch, welche Branchen das sind? Bei Tirol und Salzburg liegt die Vermutung nahe, dass da der Tourismus sucht. Und dass der Tourismus vergeblich sucht liegt womöglich weniger an potenziell zu wenigen Lehrlingen.

Bild des Benutzers Johannes Huber

Sehr geehrter Herr oder sehr geehrte Frau tabwom, das geht leider nicht aus diesem Ministerratsbericht hervor. Mit freundlichen Grüßen, Johannes Huber

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