Vertrauenswerte von Rendi-Wagner

ZAHLEN ZUM TAG. SPÖ-Vorsitzende genießt zwar einen „Vertrauensüberschuss“. Ein Viertel der Wähler hat aber noch immer keine Meinung zu ihr.

Sollte SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner den Plan haben, sich langsam, aber stetig zu profilieren, um dann 2022 als Kanzlerkandidaten durchstarten zu können, kann sie mit den Werten durchaus zufrieden sein, die ihr im OGM-Vertrauensindex ausgewiesen werden: Gegenüber Dezember ist der Anteil der Befragten, die ihr vertrauen, um zwei Punkte auf 41 Prozent gestiegen. Das ist immerhin um die Hälfte mehr als ihrer Partei in der Sonntagsfrage ausgewiesen wird. Andererseits: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) genießt mit 62 Prozent noch immer viel mehr Vertrauen; und auch die freiheitlichen Regierungsmitglieder Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer können mit 42 Prozent etwa gleich viel Vertrauen in der Wählerschaft verzeichnen wie sie.

Das ist das eine. Hinzu kommt, dass Pamela Rendi-Wagner mit 33 Prozent zwar weniger Misstrauen entgegenschlägt als Kurz (35 Prozent) und vor allem Hofer (50 Prozent) und Strache (55 Prozent). Das ist aber eine zweischneidige Geschichte: Es heißt unterm Strich, dass noch immer relativ viele Wähler (ein Viertel) nicht wissen, ob sie der Sozialdemokratin vertrauen sollen oder nicht. Das zeigt, dass sie noch viel Luft nach oben hat – und das Potenzial nützen kann oder auch nicht.

Bemerkenswert ist ein Vergleich der Vertrauenswerte zu Ex-SPÖ-Chef Christian Kern: Für ihn war es im vergangenen September wohl Zeit, zu gehen. Der Anteil, der ihm vertraut hatte, war auf 40 Prozent gesunken und der Anteil derer, die ihm nicht (mehr) vertraut hatten, auf 49 Prozent gestiegen. Das Kanzlerbonus war dahin, der Vertrauenssaldo im negativen Bereich - möglicherweise ein Oppositionsschicksal, dem sich Rendi-Wagner bisher durch größtmögliche Zurückhaltung entziehen konnte. 

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Artikel Schlagwörter : SPÖ, Rendi-Wagner, Kern, ÖVP, FPÖ, Kurz, Strache, Hofer
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