Steuerbelastung: Viel Arbeit, wenig Vermögen

ZAHLEN ZUM TAG. Im Unterschied zur SPÖ sieht das IHS sehr wohl Umschichtungsmöglichkeiten.

Österreich hat international eine vergleichsweise hohe Steuer- und Abgabenquote. Wobei vor allem der Faktor Arbeit über die Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge sehr stark belastet ist – 2016 handelte es sich EU-Daten zufolge um 23,5 Prozent gemessen am BIP. Im Durchschnitt aller Mitgliedsländer waren es lediglich 19,3 Prozent.

Konsum wird – u.a. über die Umsatzsteuer – mit 11,6 Prozent leicht überdurchschnittlich besteuert; der „EU 28“-Wert beträgt 11,1 Prozent. In anderen Bereichen liegt Österreich auf oder unter dem Durschnitt: Bei Kapital (Körperschaftsteuer, Einkommensteuer etc.) mit 7,1 Prozent um 1,3 Prozentpunkte. Und bei Vermögen mit 0,8 Prozent überhaupt um ganze 1,8 Prozentpunkte.

Das IHS sieht für den Fall der Fälle durchaus Umschichtungsmöglichkeiten. So könnten nicht nur Tabak, Alkohol und Energie stärker belastet werden, sondern auch Vermögen. Von letzterem wollen allerdings weder ÖVP und FPÖ noch – zurzeit – auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner etwas wissen.

Abgesehen davon weist das IHS darauf hin, dass die Vermögensbesteuerung nicht unabhängig von der Einkommensbesteuerung analysiert werden dürfe. Wörtlich heißt es in einem Papier des Instituts: „Eine starke Umverteilung der Einkommen, wie sie in Österreich stattfindet, wirkt indirekt auch auf eine gleichmäßigere Verteilung der Vermögen. Aufgrund der hohen Steuerlast auf Einkommen könnten dennoch im Grunde, durch eine aufkommensneutrale Umschichtung auf vermögensbasierte Steuern, Effizienzgewinne realisiert werden.“

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