Pensionen: Wachsender Reformstau

ANALYSE. Bei den Männern ist das durchschnittliche Antrittsalter zuletzt nicht mehr gestiegen, sondern gesunken. Und das bei einer stark wachsenden Lebenserwartung.

Auch wenn das Thema nicht auf der politischen Agenda steht, ist es ein Thema; und zwar ein immer größer werdendes: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der Männer steigt nicht mehr; im Gegenteil, zuletzt ist es sogar gesunken. Das Problem: Die Lebenserwartung hat über die vergangenen zehn Jahre ganze viel Mal stärker zugenommen. Anders stellen sich die Verhältnisse bei den Frauen dar.

2007 gingen Männer laut den Zahlen, die die Pensionsversicherungsanstalt für ihren Zuständigkeitsbereich bzw. sämtliche Alterspensionen führt, mit durchschnittlich 62,7 Jahren in Pension. Nach einem leichten Rückgang kam es zu einem Anstieg auf 63,5 Jahre 2015. 2016 und im vergangenen Jahr handelte es sich jedoch nur noch um 63,2 Jahre. Über den gesamten Zeitraum ergibt das ein Plus von gerade einmal einem halben Jahr. Was umso schwerwiegender ist, als die Lebenserwartung parallel dazu mit zwei Jahren genau vier Mal stärker gestiegen ist. Zuletzt betrug sie 79,3 Jahre.

Bei den Frauen hat sich dagegen bemerkenswertes getan: Erstens, das durchschnittliche Pensionsantrittsalter ist von 2007 bis 2017 zumindest um ein ganzes Jahr auf 60,4 gestiegen. Zweitens, Frauen arbeiten damit bereits über das gesetzliche Pensionsalter (60) hinaus. Und drittens, die Veränderung des Antrittsalters entspricht beinahe der der Lebenserwartung (plus 1,1 auf 83,9 Jahre). Andererseits ist bei den Frauen aufgrund des noch immer niedrigeren Pensionsantrittsalters und der weiterhin höheren Lebenserwartung die Pensionsverweildauer nach wie vor größer als bei Männern.

Extra ausgewiesen werden von der Versicherungsanstalt die Daten zu den Berufsunfähigkeits- und den Invaliditätspensionen: Hier kam es von 2015 bis 2017 sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu einem Rückgang des Antrittsalters um rund ein Jahr auf 54,8 bzw. 51,7 Jahre. Beide Pensionsarten wurden verstärkt in Anspruch genommen. 

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