Krisengewinner: Verschuldeter Bund

ZAHLEN ZUM TAG. Die Schulden sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der Zinsaufwand ist jedoch leicht gesunken (bzw. in Relation sogar stark).

Mit dem Lehman-Crash begann die Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren ihren Lauf zu nehmen. Sie hat auch Österreich zu schaffen gemacht. Aber nicht nur das: Während die privaten Haushalte, die unterm Strich über sehr hohe Sparguthaben verfügen, unter den niedrigen Zinsen leiden, profitiert der Staat als Schuldner bis heute davon. Und wie.

Eine Ahnung davon bekommt man, wenn man die Entwicklung der Finanzschulden des Bundes und der Zinsen dafür unter die Lupe nimmt. Vor zehn Jahren ist da eine Schere, die sich schon zuvor aufgetan hatte, noch etwas stärker aufgegangen – und die Tendenz hält bis heute an (siehe Grafik).

Im Jahr 2000 beliefen sich die Finanzschulden des Bundes auf 120,7 Milliarden Euro; der Zinsaufwand betrug 6,8 Milliarden Euro. Seither sind die Finanzschulden um drei Viertel auf 211,2 Milliarden Euro (2017) gestiegen. Der Zinsaufwand ist mit 6,4 Milliarden Euro jedoch noch etwas zurückgegangen. Betrug sein Anteil zur Jahrtausendwende 5,6 Prozent, so waren es zuletzt nur noch 3,1 Prozent, wobei ein Prozentpunkt mittlerweile ja immerhin rund zwei Milliarden Euro entspricht.

Auf den Zinsaufwand des Bundes gibt es sehr viele Einflussfaktoren. Zum Beispiel, wie sich die Schulden zusammensetzen. Das ändert sich permanent. Das Zinsniveau bleibt jedoch ein entscheidender Faktor.

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Artikel Schlagwörter : Budget, Schulden, Zinsen, Niedrigzinspolitik
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