Einkommensschere 2.0

ZAHLEN ZUM TAG. Mittlere Einkommen der Beamten haben in den vergangenen Jahren stark an Wert gewonnen. Jene der Arbeiter haben deutlich verloren.

Einkommensscheren gibt es viele. Die klassische ist jene nach Geschlecht. Männer verdienen demnach mehr als Frauen. Eine andere Schere ist jene nach sozialer Stellung. Sie wird im Zeitverlauf größer. Das ist dem jüngsten Einkommensbericht des Rechnungshofes zu entnehmen.

In der Rechnungshof-Darstellung ist für die mittleren Nettojahreseinkommen der Beamten, Angestellten und Arbeiter im Jahr 1998 ein Indexwert von jeweils 100 eingesetzt und in weiterer Folge seine Entwicklung dargestellt; und zwar inflationsbereinigt. Ergebnis: Bei den Arbeiterinnen und Arbeitern kam es über die Jahre zu einem massiven Wertverlust. Zeitweilig belief er sich auf zehn Prozentpunkte. Zuletzt betrug er acht Prozentpunkte.

Bei den Angestellten, bei denen auch Vertragsbedienstete aus dem öffentlichen Dienst berücksichtigt sind, entwickelten sich die Einkommen etwas besser. 2016, als die letzte Steuerreform wirksam geworden ist, machten sie einen Sprung von 101 auf 105; sprich, inflationsbereinigt lagen die mittleren Nettojahreseinkommen zuletzt um fünf Prozentpunkte über dem Niveau des Jahres 1998.

Bei den Beamtinnen und Beamten steht dagegen ein massiver Wertgewinn von einem Viertel. Der Indexwert belief sich zuletzt auf 124. Allerdings: „Diese Steigerung ist nicht nur auf Einkommenszuwächse, sondern auch auf strukturelle Effekte zurückzuführen“, wie der Rechnungshof erläutert. Es gibt immer weniger junge Beamte. Und die verbleibenden hätten „durch die gesetzlichen Gehaltsvorrückungen einen Einkommenszuwachs, der nicht im selben Ausmaß durch neu hinzukommende Erwerbstätige mit geringeren Einkommen ausgeglichen wird. Das Resultat ist ein im Vergleich zu den anderen Gruppen starker Anstieg des Gruppenmittelwertes.“

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