Abschiebungen treffen vor allem Europäer

BERICHT. Slowaken, Serben und Ungarn bilden die drei größten Gruppen nach Staatsbürgerschaft.

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) liefert der Neos-Abgeordneten Stephanie Krisper in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung bemerkenswerte Zahlen zum Thema Abschiebungen aus Österreich. Zu einem erheblichen Teil treffen sie ganz offensichtlich nicht Asylwerber, wie politisches Framing bisweilen glauben lässt, sondern Bürger aus anderen europäischen Ländern und nicht zuletzt auch EU-Mitgliedstaaten.

4254 Abschiebungen gab es im vergangenen Jahr bis einschließlich November. Zwei Drittel davon entfielen auf Angehörige von zehn Staaten. An der Spitze stehen Slowaken mit 532, gefolgt von Serbien mit 478, Ungarn mit 410 und Rumänen mit 348. Im Übrigen gehören noch Polen, Bulgaren und Kosovaren dazu. An Nicht-Europäern finden sich Nigerianer (280), Georgier (216) und Afghanen (166) auf der Liste.

Die Veränderungen gegenüber den Vorjahren sind zum Teil erheblich: Bei Polen hat sie sich gegenüber 2016 verdoppelt, bei Serben verdreifacht, bei Nigerianern vervierfacht. Bei Georgiern ist die Zahl von 36 auf die erwähnten 216 gestiegen, bei Afghanen gar von 2 auf 166.

Zu den Gründen ist der Anfragebeantwortung nur so viel zu entnehmen: „Im Zeitraum Mai bis November 2018 ergeben händische Erfassungen, dass bei 41,4% der durchgeführten zwangsweisen Ausreisen eine strafrechtliche Verurteilung vorlag.“

Artikel Schlagwörter : Migration, Asyl, Flüchtlinge
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